07. September 2023
Welthospiztag 2023
„Hospiz lässt mich nochmal"
Zum Welthospiztag lädt der Hospiz-Verein Rhein-Ahr zum Austausch und zur Gestaltung von „Seelenbrettern" ein Infoveranstaltung und Kreativaktion
Die Worte an genau dieser Stelle machen zumindest mal stutzig. „Ich gehe und gehe" steht auf dem mannshohen Holz, das vor dem stationären Hospiz im Ahrtal aus dem Boden ragt - dort, wo für viele der Weg auf dieser Erde zu Ende ist.
Es ist ein „Seelenbrett", ein Kunstwerk, das bemalt in kräftigem Rot und mit expressiven Formen. Entstanden ist es vor ziemlich genau einem Jahr zum Welthospiztag. Auch in diesem Jahr lädt der Hospiz-Verein-Rhein Ahr wieder ein zum Welthospiztag, der am Samstag, 14. Oktober unter dem Motto „Hospiz lässt mich nochmal" begangen wird.
„Hospizarbeit bedeutet da zu sein für die Menschen", sagt die Vereinsvorsitzende Ulrike Dobrowolny. Hospiz lässt schweigen zu, wo andere angestrengt nach Worten suchen. Hospiz lässt reden zu, wo andere nicht wissen, was sie sagen sollen. Hospiz lässt aber auch ein würdevolles Gehen zu, wo andere vielleicht festhalten, und eröffnet nochmal Möglichkeiten, an die viele vorher nicht gedacht haben.
Zum einen sind alle Interessierten am Welthospiztag zu einer kostenfreien Informationsveranstaltung von 15 bis 17 Uhr im stationären Hospiz im Ahrtal am Dorotheenweg 6 oberhalb des Krankenhauses Maria Hilf in Bad Neuenahr-Ahrweiler willkommen. Bei Kaffee und Kuchen berichten im Mehrzweckraum des Hospizes ehrenamtlich und hauptamtlich Tätige in der Hospizbewegung im Kreis Ahrweiler über ihre Arbeit und stehen zum Austausch bereit. Gerne beantworten sie auch Fragen zu dem, was Hospizarbeit bedeutet und was sie für alle Beteiligten ausmacht und welche Unterstützungsangebote der Hospiz-Verein Rhein-Ahr für schwerstkranke Menschen und deren Angehörige bereithält. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Zum anderen geht es zum Welthospiztag in Bad Neuenahr-Ahrweiler wieder kreativ zu bei der Gestaltung neuer „Seelenbretter" bereits von 9 bis 13 Uhr, ebenfalls im stationären Hospiz im Ahrtal. Nach der Idee der in Augsburg geborenen Künstlerin Bali Tollak malen die Teilnehmenden auf Holzbretter ihre persönlichen Visionen davon, was sie angesichts des Todes trägt, welche Hoffnungsbilder sie in sich tragen oder welche Worte und Zitate sie als tröstlich empfinden, wenn sie an die eigene Sterblichkeit denken.
Die Idee der Künstlerin ist es, mit den gestalteten Brettern über das Sterben hinaus „weiter" zu denken, zu hoffen und zu glauben, erklärt Ulrike Gresse. Die Trauerbegleiterin und Diplom- Religionspädagogin begleitet die Teilnehmenden bei ihrem kreativen Schaffen und der damit verbundenen Beschäftigung mit dem Lebensende. Die Holzbretter, die gestaltet werden, nehmen Bezug auf die früher üblichen Totenbretter, auf den Menschen vor Einführung der Sargbestattung am Ende des 19. Jahrhunderts aufgebahrt und beigesetzt wurden. Sie verstehen sich in der modernen Form aber als Erinnerungsobjekte an die eigene Sterblichkeit. Für die Kreativaktion fällt ein Kostenbeitrag von 20 Euro an. Wegen begrenzter Teilnehmerzahl ist für die „Seelenbretter"- Gestaltung eine Anmeldung erforderlich im Büro des Hospiz-Vereins Rhein-Ahr, 02641/2077969.
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